Bestimmung Freie Radikale und Antioxidantienstatus im Körper

d-ROMs-, PAT-, und SAT-Werte

Komplettlabor Evolution: Zur Durchführung der d-ROMs-, PAT- und SAT-Werte.

MiniSat: Durchführung des SAT-Tests

d-ROMs Test: Bestimmung der Blutkonzentration von reaktiven Sauerstoffmetaboliten (ROMs) als Marker und Verstärker von oxidativem Stress.

PAT-Test: Bestimmung des antioxidativen Potentials zur Neutralisierung von freien Radikalen. Gemessen wird die Wirksamkeit der antioxidativen Plasmabarriere im Blut.

SAT-Test: Erster Test in der Bestimmung der antioxidativen Kapazität aus dem Speichel zur Diagnose von Erkrankungen des Mundraums und zur Analyse des allgemeinen Antioxidantienstatus.

d-ROMs- und PAT-Test

Der d-ROMs- und der PAT-Test ermöglichen eine präzise und zugleich zuverlässige Labor-Diagnose für den oxidativen Status. Durch die Bestimmung von pro- und antioxidativen Komponenten kann differenziert werden, ob die Ursache für oxidativen Stress in einer erhöhten Produktion freier Radikale liegt oder die körpereigene Abwehr gegen freie Radikale geschwächt ist. Zur Durchführung kann Kapillarblut, aber auch heparinsiertes Vollblut verwendet werden.

Der SAT-Test hingegen wird mit Speichel durchgeführt und erlaubt eine schnelle Bestimmung des Antioxidantienstatus und der oralen Mundgesundheit.

Über 680 Studien zu d-ROMs- und PAT-Test, sortiert nach Fachgebieten, bieten einen fundierten wissenschaftlichen Hintergrund für den d-ROMs- und BAP-Test. Die Normalwerte für oxidativen Stress wurden an 5000 Probanden ermittelt. Zur Studienübersicht.

Freie Radikale sind Atome oder Moleküle, welche ungepaarte Elektronen in ihrem äußeren Orbital besitzen. Aufgrund ihrer Reaktionsfreudigkeit haben freie Radikale das Potential, organische Moleküle anzugreifen und zu verändern, wobei reaktive Sauerstoffmetabolite (ROMs) gebildet werden, welche ein mittleres oxidatives Potential aufweisen. ROMs, zu denen auch die Hydroperoxide zählen, sind stabiler als ihre Vorläufer, die freien Radikale, aber deswegen keinesfalls weniger schädlich. Sie haben das Potenzial, freie Radikale zu generieren, andere Zielmoleküle zu oxidieren und sind an der Bildung von Hypochlorsäure (Gelenkzerstörung) beteiligt. Aus diesem Grund verlagert die Zelle Hydroperoxide in ihre externe Umgebung, d. h. in die extrazelluläre Matrix und in die extrazelluläre Flüssigkeit, einschließlich Blut, cerebro-spinaler Flüssigkeit, pleuraler Flüssigkeit.

d-ROMs Test: Bestimmung der Blutkonzentration von reaktiven Sauerstoffmetaboliten (ROMs), und insbesondere der Hydroperoxide, als Marker und Verstärker von oxidativem Stess.
Beim d-ROMs Test generieren in einer biologischen Probe die ROMs (vor allem Hydroperoxide; ROOH), in Gegenwart von Eisen (welches aus Plasmaproteinen stammt, und durch einen sauren Puffer freigesetzt wird, gemäß der Fentonreaktion Alkoxyl- (R-O*) und Peroxylradikale (R-OO*). Diese sind in der Lage alkyl-substituierte aromatische Amine (A-NH2), welche in einer Chromogenlösung vorliegen, in ein farbiges Derivat zu überführen:

Für Alkoxylradikale
1a) R-OOH + Fe2+ -> R-O* + Fe3+ + OH-
1b) R-O* + A-NH2 -> RO- + [A-NH2*]+

Für Peroxylradikale
2a) R-OOH + Fe3+ -> ROO* + Fe2+ + H+
2b) R-OO* + A-NH2 -> R-OO- +[A-NH2*]-

Dieses Farbderivat wird photometrisch quantifiziert. Dabei ist die Intensität der entwickelten Farbe direkt proportional der Konzentration der ROMs, entsprechend dem Lambert-Beer’schen Gesetz.

PAT-Test: Bestimmung der biologischen Wirksamkeit der antioxidativen Plasmabarriere. Erfasst werden alle Substanzen, welche in der Lage sind, freie Radikale und reaktive Sauerstoffmetabolite (ROMs) in ihrer Aktivität zu neutralisieren. Im Blut garantiert die sogenannte antioxidative Plasmabarriere eine Abwehr gegen schädliche Angriffe durch reaktive Spezies, insbesondere freie Radikale. Diese Barriere besitzt sowohl exogene (z. B. Vit. C, E, Carotinoide, Bioflavonoide etc.) als auch endogene Komponenten (z. B. Proteine, Bilirubin, Harnsäure, Cholesterol, GSH etc.).
Jede dieser Komponenten besitzt ihr eigenes antioxidatives Potential (Kapazität). Abhängig von ihrem Reduktions-/Oxidationspotential können sie auf unterschiedliche Weise den Angriffen reaktiver Spezies entgegenwirken. Eine solche Kapazität ist verknüpft mit der Fähigkeit einzelner Komponenten aus der Plasmabarriere sog. Reduktionsäquivalente an freie Radikale abzugeben (d.h. entweder Elektronen oder H-Atome) und damit eine Dissoziation von H-Atomen aus Biomolekülen, welche eine radikalische Kettenreaktion auslösen zu unterbinden. Tatsächlich kann jede Verletzung der antioxidativen Plasmabarriere eine oxidative Schädigung der Zellen und des Gewebes zur Folge haben. Anhaltender oxidativer Stress begünstigt eine vorzeitige Alterung und steht im Zusammenhang mit zahlreichen Erkrankungen.

Der PAT-Test basiert auf dem Effekt eine Farblösung, die Fe3+-Ionen enthält, welche an ein spezielles Substrat gebunden sind in Fe2+-Ionen zu reduzieren, und dabei die Lösung zu entfärben. Diese Reaktion findet ebenfalls unter Zugabe eines „Reduktionssystems“ wie z.B. einer Blutplasmaprobe statt. Nach einer kurzen Inkubation (5 Minuten) entfärbt sich die Lösung. Die Intensität dieses Wechsels ist direkt proportional zu der Effizienz des Plasmas, Eisen3+-Ionen (urspr. verantwortlich für die Färbung) zu reduzieren.
Der Grad der Entfärbung wird photometrisch bestimmt und die Menge des reduzierten Eisens entsprechend berechnet. Damit lässt sich die Reduktionsstärke des getesteten Plasmas (antioxidatives Potential) bestimmen.
Diese ist relativ zum getesteten Substrat: Betrachtet man solche Eisenionen als natürlich im Körper vorkommende Komponenten, liefert der PAT-Test eine zuverlässige Bestimmung des antioxidativen Potentials, dem Teil der Plasmabarriere, der den Angriffen freier Radikale unter „physiologischen“ Bedingungen direkt ausgesetzt ist, bedingt durch seine Reduktions-/Oxidationspotentiale.

SAT-Test: Speichel gehört zur ersten, antioxidativen Barriere gegen freie Radikale (oxidativer/nitrosativer Stress). Die Gesamtkapazität des Speichels zu bestimmen, ist sicherer als einzelne Komponenten herauszugreifen, da freie Radikale und der antioxidative Status repräsentativer für das Geschehen sind, als einzelne Komponenten, die nur ein Teil des Geschehens abbilden.
der SAT-Test basiert auf dem gleichen Prinzip wie der PAT-Test. Auch wenn eine Bestimmung über den Speichel im Nüchternzustand weniger genau ist als eine Blutbestimmung, gewinnenn Speicheltests immer mehr an Bedeutung (Hormone lassen sich z.B. auch annähernd über Speichel bestimmen).

Der SAT-Speicheltest zeigt einen Antioxidantienmangel an und besitzt noch einen Zusatznutzen: Hinweise auf Erkrankungen der Mundhöhle

Die Tests sind u.a. auch dazu geeignet, die Bioverfügbarkeit und antioxidative Aktivität von ausgewählten Vitamin-Präparaten oder Nahrungsergänzungen mit Antioxidantien zu kontrollieren und zu dokumentieren. (Bioavailability and antioxidant activity of some food supplements in men and women using d-ROMs test as a marker of oxidative stress. Cornelli et. al. J Nutr. 2001; 131: 3208-3211)

Hohe Werte bedeuten aber nicht automatisch eine falsche Lebensweise, sondern können auch durch eine Immunantwort verursacht werden. Der Körper wehrt sich durch eine Erhöhung der Energieproduktion der Zellen, sowie einer Ausschüttung von Antikörpern, Zytokinen sowie einer verstärkten Granulozyten-Einwanderung in die betroffenen Gewebe. Diese kontrollierte Inflammation (Entzündung) ist ein grundlegender Mechanismus, wie der Körper Stressoren, z.B. Verletzungen, eingedrungene Bakterien, Fremdkörper bekämpft. Chronische Entzündungsherde sollten dringend beseitigt werden, da sie permanent freie Radikale produzieren, welche den pathogenen Prozess unterhalten und beschleunigen. Dies gilt insbesondere auch für Erkrankungen in der Mundhöhle (SAT-Wert).

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