Bestimmung Freie Radikale und Antioxidantienstatus im Körper

Interpretation der Werte

INTERPRETATION DER ERGEBNISSE

a) Werte unter 1000 µM

Störungen des Gleichgewichts in der Mundhöhle werden häufig begleitet von Plaque, Karies, Zahnfleischbluten, Stomatitis oder bakteriellen Belägen der Zunge und zeigen eine schwache antioxidative Barriere des Speichels an.
Patienten, mit einem niedrigen antioxidativen Potential, können ihre Probleme innerhalb der Mundhöhle leichter beseitigen, wenn die Werte auf ein normales Maß zurückgeführt werden. Eine Erhaltung des antioxidativen Gleichgewichts dient zur Gesunderhaltung und zur Vermeidung von Erkrankungen in der Mundhöhle.

b) Werte zwischen 1000-2500 µM

Mit Werten zwischen 1000-2500 µM sind Sie weniger anfällig für Erkrankungen der Mundhöhle.

Bei sehr hohen Werten (> 2500 µM) kommen verschiedene Ursachen in Frage:

1. Entzündungen, Einnahme von Antioxidantien kurz vor der Bestimmung der SAT-Werte; Kaffee, Tee oder Nahrungsaufnahme kurz vor der Messung

2. Zeigt der Speichel bei der Messung erhöhte Werte an und Sie haben keine weiteren Symptome, sollten Sie sich einer genauen Untersuchung der Mundhöhle unterziehen, um eine akute Infektion in den Tiefen der Zahntaschen oder Parodontose auszuschließen.

Folgende Empfehlungen können gegeben werden:

Bei Werten unter 1000 µM: Eine zusätzliche Antioxidantienquelle ist empfehlenswert. Die Werte, die im Speichel gemessen werden, sind vergleichbar mit den Werten, die im Blutplasma bestimmt werden. Ihr Arzt oder Apotheker berät Sie gerne.

Normale Werte: OK

Werte über 2500 µM: Empfehlung einer professionellen Zahnreinigung. Suche nach Entzündungsherden.

Verfahren korrekt? Wurde der Test nüchtern ausgeführt? Nimmt Patient Vitaminpräparate ein?
Falls keine zusätzlichen Vitaminpräparateeingenommen werden und auch sonst der Wert nicht erklärt werden kann, ist nach entzündlichen Veränderungen in der Mundhöhle zu suchen. Der Entzündungsherd selbst verursacht einen erhöhten SAT-Wert, so dass es in diesem Fall nicht mit den Blutwerten in Zusammenhang gebracht werden kann. Im Gegenteil, es ist sogar von einem Antioxidantien-Mangel auszugehen.

Warum das so ist kann einem Beispiel veranschaulicht werden:

So erhöht sich der Blutdruck beispielsweise, wenn Sie sich körperlich anstrengen. Ist der Blutdruck jedoch konstant überhöht, kann es notwendig werden, einen Blutdruck senkendes Medikament einzunehmen. Das gleiche gilt für die Oxidation im Speichel. Wenn die antioxidative Kapazität dauerhaft hoch oder zu hoch ist, bedeutet das "Hochdruck". Spitzen in der antioxidativen Kapazität von Speichel kann kurzfristig helfen, aber ein konstant zu hoher Wert bedeutet eine Überkompensierung. Eine erhöhte antioxidativen Kapazität des Speichels sollte genau abgeklärt werden, da es sich möglicherweise um einen Hinweis auf eine pathogene Erkrankung handelt.

Ein nicht behandelter Entzündungsherd in der Mundhöhle kann zum Verlust von Zähnen führen, zu einer Sepsis (Blutvergiftung) oder einer Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) bzw. der Herzkranzgefäße. Die Parodontitis, an der in Deutschland etwa 70 Prozent der Erwachsenen und über 80 Prozent der Senioren leiden, wird mittlerweile mit den klassischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gleichgesetzt. Studien haben ergeben, dass Parodontitis-Patienten ein bis 1,7-fach höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben können.

Zudem weisen Patienten mit einer unbehandelten Parodontitis und einem Diabetes Typ II höhere Glykohämoglobin Level (HbA1c ) auf und zeigen eine höhere Prävalenz für kardiovaskuläre Komplikationen (Jansson, H. et al.: Type II Diabetes and risk for periodontal disease : a role for dental health awareness. J Clin Periodontol (2006); 33: 404414).

„Man geht davon aus, dass entzündungsfördernde Botenstoffe, die bei Parodontalerkrankungen chronisch ausgeschüttet werden, über die Blutbahn in andere Körperregionen gelangen und so eine systemische Wirkung entfalten“ ( Professor Ulrich Schlagenhauf, Leiter der Abteilung Parodontologie der Klinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Würzburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie).

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