Bestimmung Freie Radikale und Antioxidantienstatus im Körper

MiniSAT-Speichelbestimmung

Unsere Zähne sind physikalischen Belastungen (Hitze, Kälte, trockener Mund, Druck), chemischen Einflüssen (Zucker, Säuren, Zigaretten, Alkohol) sowie biologischen Prozessen (pathogene Bakterien, Karies, Parodontitis etc.) ausgesetzt.

Vielen Zahnärzten/-Innen ist aus Ihrer Praxiserfahrung bekannt, dass z.B. Diabetiker, Raucher, Frauen in Östrogen-Progesteron Therapie, Frauen in der Menopause usw., ein höheres Risiko für die Entstehung von Karies und Parodontitis tragen [3,5,11,14,15,17].
Weniger bekannt ist jedoch, dass dieser Zusammenhang zunehmend mit oxidativem Status als Ursache begründet wird [2,7,9,10,11,14,17].

Eine verminderte Verfügbarkeit von physiologischen Modulatoren (Antioxidantien) im Speichel und/oder Gewebe führt zu einer Veränderung des oxidativen Gleichgewichts und zu einer Situation von anhaltendem oxidativem Stress im Ökosystem der Mundhöhle.

Der Antioxidantienstatus ändert sich als Antwort auf eine Infektion oder Erkrankung (der Mundhöhle).

Bei Kindern mit aktiver Karies ist die antioxodative Gesamtkapazität (Sat-Test) im Speichel erhöht, im Vergleich zu kariesfreien Kindern [6]. Dies wird begründet mit höheren Proteinanteilen. Speichel ist reich an Antioxidantien, z.B. Harnsäure (ca. 85%), Albumine, Ascorbat und Gluthathion, welche Proteine oder an Proteine gebunden sind, so dass davon ausgegangen wird, dass die antioxidative Kapazität (Sat-Werte) linear mit dem Gesamtproteinlevel im Speichel assoziiert ist. Dies führt dazu, dass die antioxidative Kapazität des Speichels bei Kariesaktivität erhöht ist, und bei kariesfreien Kindern erniedrigt.

Dentale Karies ist ein komplexer, dynamischer Prozess, welcher von multiplen Faktoren beeinflusst und unterhalten wird. Einer der wichtigsten Faktoren, welcher das Fortschreiten dentaler Karies beeinflusst ist oxidativer Stress. Die physiochemischen Eigenschaften von Speichel, wie pH-Wert, Pufferkapazität, bakterielle Produktionsrate, die Konzentration zahlreicher Komponenten wie Proteine, Kalzium und ein Mangel an Antioxidantien haben ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von Karies [2].

Oxidativer Stress im Blutserum ist ein charakteristisches Merkmal für Parodontitis [7].

Paradontitis ist eine ernstzunehmende Quelle für systemischen oxidativen Stress. Japanische Forscher haben herausgefunden, dass eine Beseitigung der Parodontitis zu einer Verbesserung der Gesamtsituation im Organismus führt. Ein weiteres Ergebnis dieser Studie war jedoch, dass die Zunahme von oxidativem Stress, z.B. durch Diabetes oder falscher Ernährung zu einer Schädigung des peridontalen Gewebes führten [7].

Speichel und seine Besonderheiten

Speichel gehört zur ersten, antioxidativen Barriere gegen freie Radikale und bietet einen Schutz vor oxidativem/nitrosativem Stress. Sowohl körpereigene Substanzen (endogene) als auch von außen zugeführte (exogene) Substanzen haben durch ihre e-Potentiale einen Einfluss auf die antioxidative Kapazität des Speichels. Daher ist es sinnvoller, die Gesamtkapazität des Speichels zu erfassen, als einzelne Komponenten zu bestimmen, da freie Radikale und der antioxidative Status repräsentativer für das Geschehen sind, als einzelne Komponenten, die nur ein Teil des Geschehens abbilden.
Speichel besitzt außerdem eine leichte antibakterielle Aktivität, variiert im pH-Wert zum Beispiel durch bakterielle Prozesse, befeuchtet die Mundschleimhaut und bereitet die Nahrung für die Verdauung vor.

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